In diesen Tagen trug der Winter plötzlich ein Gewand aus leuchtend neuen, lichten Farben, die schimmerten in einem satten Purpurrosarottürkisgrüngold. Als hätte er eben die Saite einer noch sehr frischen, jungen Melodie angeschlagen.
Wie wäre es, wenn das Paradies wirklich und wunderbare Träume sich erfüllen würden? Würde sie sie erkennen, ihnen die Tür öffnen, sie herein bitten, einen Tee und den schönsten Platz anbieten? Würde sie einfach mit großen Augen davor stehen und staunend Danke sagen?
Annehmen, dass all das geschah und ihr wie Sterne in Schoß und Hände fiel ?
Und wäre es dann gut? Was wäre, wenn plötzlich Alles erfüllt wäre? Würde es dann noch etwas zum Wünschen geben?
Brauchte es für Menschen immer wieder eine neue Sonne, ein neues Ziel? Etwas, was sich zu leben lohnte und sie immer auf’s Neue antrieb?
Oder wäre schlichte Zufriedenheit genug? Wäre sie das Ende oder ein neuer Anfang für sie? Konnten Menschen überhaupt zufrieden sein und sich Glück zugestehen?
Wäre allein schon die Vorstellung, dass Alles erfüllt sei, mehr als Utopie?
Wie wollten wir dann Liebe und Frieden leben ohne sie wirklich anzunehmen und glauben an sie?
Fragen, die sich drehten, wie die Kreisel im Spiel. Sie schaute auf die Farben und Alles schien so einfach in ihnen. Sie flossen zusammen, verbanden sich in Mustern, tanzten lächelnd zu immer neuen Melodien, als läge die Antwort in ihrer schlichten Magie.
Isabelle Hassan, 15.01.2025


