Die Katze
Sie war gekommen vor ungefähr genau ganzen zwölf Jahren.
Damals hatte sie einen neuen Schlafplatz mit Garten gesucht.
Die Frau, die sie brachte, erzählte, dass sie bei der vorigen Stelle schon einmal weg gelaufen war…
Ihr Bauch würde sich wieder zurück bilden, meinte die Frau, die selbst zuvor schwanger gewesen war.
Das Tierheim hatte alle Maßnahmen getroffen, dass sie jederzeit gefunden werden konnte und keine Kinder gebar.
Die Katze blieb. Und mit ihr der Bauch. All die Jahre. Ohne dass ich wusste, wie der Beginn ihres Lebens war. Anderen Katzen erklärte sie deutlich, dass dies ihr Zuhause war.
Inzwischen waren ihre Schritte langsam, dass Fell stumpf, ihre Ohren hörten weniger, die Augen immer noch klar und das Essen…na ja…
Mäuse jagen war schon lange weg vom Plan, wobei sie zuweilen plötzlich flink vom oberen Ende der Treppe hinab sah.
Und genau so genoss sie die Sonne, lag in den weichen Kissen, liess sich streicheln und gehörte dazu, genau so, wie sie war.
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Ich sehe die Katze, ihr Leben, das einer Frau. Sah die Kritik in mancher Frau Auge. Über andere und sich selbst.
Die Narben auf ihrer Seele und manche sichtbar auf ihrer Haut. Auf der einiger Männer auch.
Konnten sie sich selber sehen? Die Geschichten ihres Lebens in ihre Herzen geschrieben? Sich, wie diese Katze, mit all dem selbst annehmen…die Zeiten, Wege, was mit und aus ihnen,ihren Körpern geschah…? Dass ihr Körper Teil ihrer Geschichte war? Ohne ihn wären sie kaum da…
Dass sie ihre Schritte heute vielleicht bewusst und langsamer wählten? Sich in den warmen Kissen der Sonne räkeln?
Und konnten sie die Schönheit unter all dem scheinbar Sichtbaren sehen?
Und konnten sie ihr Innerstes nach Außen drehen?
Jede einzelne Zelle, die jeden Gedanken und jedes noch so feine Gefühl wahrnahm, annehmen und in den warmen Pelz der Liebe hüllen? Für egal wie lange und genau, wie sie waren?
Wie wunderbar ….✨💫✨
Isabelle


