AtemPause
In diesem Jahr hat der Garten soviel Sommer, dass es eine Freude ist, hier zu sein.
Die ersten Äpfelchen gehen zu Boden, klein, vom alten Baum, als würden sie die alten, runzeligen ablösen wollen, ihr zart säuerlicher Duft – ein Traum.
Mir gefällt der Gedanke, wie alles Hand in Hand reift und ich sehe Mr. Lucy auf der ApfelKiste brüten, als wolle er der Vater ihrer Kinder sein.
Und da sind sie nun, die Neuen, im Frühstück, köstlich, erfrischend und nebenbei die Schalen von Zitrone und Orange mit zarter Minze in Wasser, ein leichter Genuss für zwischendurch und obendrein.
Denn heute ist Gartenzeit.
Der Moment, die wilde Wiese zu stutzen, damit das junge Grün im nächsten Regen wieder zu saftigen Pflänzchen reift.
Dazwischen bleiben einige filigrane Wiesenschönheiten, denen der Wind spielerisch durch die leichten FederKleidchen streift.
Und irgendwo geschieht immer etwas. Ein leuchtender Falter flattert vorbei auf seiner Tagesreise, begrüßt die schönen Wilden und seien sie auch noch so klein.
Ein Vogel, der um die Ecke seinen Morgengruß pfeift.
Die alte Leiter lehnt gelassen am großen Baum, erzählt Geschichten von herzig roten Kirschen und Vergangenheit….
Auf ihr wandelt des nachts in hohe Lüfte so mancher SommerTagundNachtsTraum.
Wer da wohl im Astloch wohnt?
So viele Tiere tummeln sich hier, in den Gräsern, Gestrüppen, unter Hecken und Sträuchern, im nur scheinbar toten Holz….und doch war es an der Zeit, ein wenig einzugreifen, im Zusammenspiel, leicht.
Das Neue entsteht im Vorübergehen….noch ist Wachstum, Blüte, Früchte, die reifen….Sommer, der auch durch unsere Haare und über unsere dankbaren Körper streift….
Und ich genieße diesen Sommer, wandle durch seine lichte Zeit, nehme ihn mit allem, was ich bin und er ist, in mir auf, träume in seinen Armen durch die Nächte, öffne mein Herz und die meinen weit….ganz weit….
Isabelle













