Tagesgedanken vom 16.12.2015

Eine seltsame Krankheit

In den vergangenen Tagen habe ich mir Gedanken gemacht, wie und warum Menschen in aggressivem Ton miteinander umgingen, sich mit Worten anspuckten, um sich traten, sich förmlich aufregten und in negative Gefühle hinein steigerten.

Reagierte ihr Gegenüber mit Gelassenheit, nahm Situationen einfach so hin, wurde es zuweilen mit „zu gutmütig“ abgetan.

Glaubten sie tatsächlich, weil sie selbst spuckten, traten, tobten, sich aufregten, usw. müssten sich die Anderen „infizieren“ lassen und ihrerseits mit Worten kratzen, beißen, schlagen? Vielleicht waren sie es nur so gewohnt?

Möglicherweise hatten Menschen ihnen beigebracht, dass es so aus dem Wald schallen musste, wie man hinein rief.

Wenn jemand schrie, wurde wohl zurück geschrien oder sich mit einem Gefühl von Verletzung und Beleidigung zurück gezogen. Versäumte jemand etwas, wurde er sogleich für schuldig befunden, eine Abmachung nicht eingehalten zu haben.

 

Doch was, wenn wir plötzlich anders reagierten? Wenn wir erkannten, dass der Mensch, der tobte oder versäumte, seine inneren Beweggründe hatte, resultierend aus Ängsten, Gewohnheiten, Antrainiertem oder Gelerntem, basierend auf Erlebnissen, möglicherweise aus seiner Vergangenheit?

 

Was, wenn wir dennoch gelassen blieben und so ganz anders handelten, als es von uns erwartet wurde?
Anders, als die Menschen es immer schon gewohnt waren? Ohne Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

Wenn wir den Wald schweigen ließen?

Wenn wir einfach dennoch liebten, den Menschen annahmen und wertschätzten, gleich, wie er sich gab?

Wenn wir ihn vielleicht einfach in den Arm nahmen?

 

Letztlich regt der Mensch, wie es so schön heißt, sich selber auf. Warum sollten wir es ihm gleich tun? Wir schadeten doch uns selbst am allermeisten.

 

Gerade jetzt, in einer Zeit, in der Harmonie gewünscht und manchmal dennoch Ärger, Missgunst oder Streit an den Himmel kommen mag:

 

Ganz bewusst anders handeln. Sich entscheiden für Frieden, Harmonie und Toleranz und einander so annehmen, wie wir von Natur aus sind, ohne nur das zu sehen, was wir vielleicht für einen Augenblick zu sein scheinen.

 

Ich wünsche Euch und uns allen von Herzen eine friedvoll harmonische Zeit und alles, was wir brauchen, um diese seltsame Krankheit in uns selbst und in der Welt zu heilen.

Alles Liebe
Isabelle Hassan