Tagesgedanken vom 09.06.2015

Aus dem Nähkästchen geplaudert…

Die Sache mit dem Vertrauen oder die täglichen Hürden des Alltags

Am Wochenende fiel die Heizung aus – an sich völlig in Ordnung, nur, dass daran das heiße Wasser geknüpft war. Ich ging sofort daran, der Sache auf den Grund zu gehen und zu schauen, wie ich die Sachlage beheben konnte – ohne Erfolg!

Ich schaue übrigens immer zunächst im übertragenen Sinne, was mir eine Sache sagen will, bevor ich zu anderen Maßnahmen greife – und manchmal geht es ja auch gerade darum, dies zu tun.

Den Installateur am Wochenende stören, fand ich etwas übertrieben, in Anbetracht der Ausweichmöglichkeiten, die durch die Anbindung ans Nachbarhaus gegeben sind. Nun denn, es wird einmal mehr bewusst, welch grandioser Luxus ein warm fließender Wasserhahn und eine ebensolche Dusche oder Wanne doch bieten. Dem Himmel sei Dank für diese Erfindung!

Über Tag ließ sich vieles auch anders regeln und klappte wunderbar. Einfachheit stand auf dem Plan.

Im Zuge dessen machten diverse Anomalien auf sich aufmerksam und wollten angeschaut werden. Ganz nebenbei fing die Haustechnik, die schon vor einer Woche etwas sponn, auch noch, an in die Sache hinein zu schwingen. – Ob da der rückläufige Merkur sein Händchen im Spiel hatte? Mancher mag hierbei etwas ins Schmunzeln geraten und abwinken ( an dieser Stelle empfehle ich, den allseits bekannten Herrn Google zu kontaktieren und bzgl. des Themas nach seinen Informationen zu befragen).

Auf alle Fälle nahm ich es erst mal so hin, was erlaubte, dass plötzlich alte Themen an die Oberfläche kommen und an dieser Stelle dankbar behoben werden konnten. Kleine, jedoch wichtige Lichtblicke, die erforderlich waren.

Gestern startete ich einen neuen Versuch und rief den Installateur an, dessen freundliche Mailbox-Stimme mir lediglich verkündete, der Teilnehmer sei momentan nicht erreichbar. Beim 2. Anruf ließ ich die nette Dame eine Nachricht schicken, mit der Bitte, der gute Mann möge mich doch zurück rufen, was normalerweise reibungslos funktioniert. – Fehlanzeige!

Da ich ja mittlerweile um einige Erfahrungen und Erkenntnisse bereichert war, dachte ich mir, ich solle es wohl doch alleine probieren. Auch gut!

Also ging ich entschieden zum Gerät und drückte zum erneuten Male den Reset-Knopf, mit dem inniglichen Wunsch, den Fehler zu beheben, bat ( und das ist Tatsache!)das Universum um Beistand, damit das Ding endlich wieder funktioniert, wollte ich doch wissen, ob ich meine Hausaufgaben gemacht und ausreichend Vertrauen aufgebaut hatte.

Und siehe da, nach kurzem Probieren, lief der Kessel an! Welch riesengroße Freude! Er machte zwar noch ein paar Anlaufschwierigkeiten, doch auf einmal funktionierte er einwandfrei. Die Begeisterung war groß – und der Dank auch.

Ein Blick auf die Kesseltemperatur verriet mir, dass das Gerät aufheizte und die Flamme immer wieder brav ansprang. – Doch schon kam das Nächste, was mich stutzig werden ließ: Das Ding heizte und heizte und brachte sich damit an die 90^C heran, weit höher, als die Bedienungsanleitung vorschlug, die ich bei dieser Gelegenheit endlich auch mal kennen lernte. Toll, wie man an seinen Aufgaben wachsen darf! Im allgemeinen probiere ich lieber zuerst aus, bevor ich lese, was meistens klappt.

Der freundliche Handwerker war immer noch außer Reichweite seines Telefons und so sah ich mich ein weiteres Mal auf mich selbst zurück geworfen.

Herr Google konnte mir zwar bzgl. der steigenden Temperatur wenig dienlich sein, ließ mir jedoch netterweise eine ausführliche Anleitung zum Gerät zukommen, die sich als absoluter Glücksgriff erwies – lernte ich doch endlich meinen Freund, den Heizkessel bei der Gelegenheit endlich mal näher kennen und wurde mit seinen Möglichkeiten vertraut. – Schon wieder eine Bereicherung!

Nun hieß es VERTRAUEN, soviel war mit klar, saß ich doch da im Keller bei einem offenbar hübsch aufgeheizten Gasbrenner mit relativ geringer Ahnung, ob das alles so seine Richtigkeit hatte.

Wenn das Ding jetzt gleich in die Luft flog – vielleicht war das ja möglich, dachte ich mir – würde es mich mitsamt dem Haus im Handumdrehen ins Jenseits befördern. – Ooo – kay…wenn das so sein sollte, hatte ich diese Reise wohl schon bei Antritt meines Erdendaseins mit gebucht und jegliche Gedanken an einen möglichen Urlaub für dieses Jahr waren auf wundersame Weise überflüssig geworden. – Auch gut. Dann sollte es wohl so sein.

Ich stieg beherzt aus dem Keller hinauf und dachte mir, dann vertraue ich mal, dass alles so seine Richtigkeit hat. Ganz nebenbei schaute ich immer mal wieder nach meinem Kesselfreund, der sich im Zuge des Nachmiittags tatsächlich von seiner Echauffierung erholte und laaangsam wieder absenkte.

Inzwischen gab es warmes Wasser. Wunderbar!

Am Abend war ich unterwegs und eine Bekannte erzählte mir passenderweise, sie hätten sich bewusst für eine Ölheizung entschieden, da eine Explosion der Gasheizung das Haus von Verwandten kurzerhand in Einzelteile zerlegt habe.

Ich blieb gelassen und schielte dennoch ab und an auf mein Telefon, um sicher zu gehen, dass das Haus noch stand, es all seinen Bewohnern gut ging ,die Technik funktionierte und irgendwann, gleich dem kleinen Flämmchen im Fenster des Brennerfreundes, kam die Erleuchtung und mit ihr hielt eine, mir bekannte, wohlige Wärme in meinen Körper Einzug, entspannte mich gänzlich und ein Lächeln schob sich ins Gesicht: Ich konnte endlich restlos vertrauen, dass alles wie immer sein würde, das Haus noch vollkommen am Platze und eine ruhige Nacht bevorstand…

 

Vertrauen…wie oft testet uns das Leben, wie oft und manchmal schnell greifen Angst und Panik um sich und alles droht aus dem Lot zu geraten.

Dabei ist es doch so einfach… : )

In diesem Sinne Euch allen einen glück- und vertrauensseligen Resttag und von ganzem Herzen
alles Liebe

Isabelle Hassan